Kim Fowley (* 21. Juli 1939) ist ein US-amerikanischer Musikproduzent, Songwriter und Musiker. Sein Vater ist der Hollywood-Schauspieler Douglas Fowley (
Singin' in the Rain).
Seine Karriere in der Musikindustrie ist ebenso wechselhaft wie lang. Kommerzielle Erfolge blieben ihm meist versagt, sein vielleicht bekanntestes Produkt ist die Frauen-Punkband
The Runaways (mit
Joan Jett und
Lita Ford), die er in den 1970er-Jahren managte.
In den 1960er-Jahren produzierte und schrieb Fowley hunderte von Songs der unterschiedlichsten Stile, u.a. Bubblegum, Girlgroup, Folk, Country und Psychedelic Rock. Seine drei größten Erfolge als Produzent waren
Alley Oop von
The Hollywood Argyles (Platz 1 der US-Hitparade 1960);
Nut Rocker von B. Bumble & the Stingers (Platz 1 in Großbritannien 1962) und
Popsicles and Icicles von The Murmaids, Platz 3 in USA 1963.
Mitte der 60er lebte Fowley eine Zeit lang in London, wo er mit den damals noch unbekannten Künstlern
Cat Stevens, einer Vorform von
Slade namens The N'Betweens,
Soft Machine (er produzierte ihre erste Single) und den „Lancasters“ (mit
Ritchie Blackmore) zusammenarbeitete. 1965 schrieb er mit „The Trip“ den wohl ersten Rocksong über eine psychedelische Erfahrung mit LSD. Die Single wurde in den USA weitgehend ignoriert, war aber ein kleiner Hit in Europa und eine der ersten Veröffentlichung des Labels Island Records. 1966 produzierte er den Novelty-Hit
They're Coming to Take Me Away Ha-Haaa! von Napoleon XIV. Er ist einer der Gastmusiker (am Megaphon) auf Frank Zappas erster Platte
Freak Out!. 1967 änderte er den Namen von
Roger Chapmans Band von
Roaring Sixties in
Family.
1969 produzierte Fowley
I'm Back and I'm Proud, das von den Kritikern gelobte Comeback-Album von
Gene Vincent, sowie das Debütalbum von
Warren Zevon. Zwischen 1969 und 1971 schrieb er zusammen mit seinem Freund Skip Battin, dem damaligen Bassisten von
The Byrds, bei einigen der Liedern mit, die auf den Alben
Untitled (1970) und
Farther Along (1971) veröffentlicht wurden. Eines dieser Lieder,
America's Great National Pastime, wurde sogar als Single veröffentlicht, sein Americana-Einschlag kam jedoch nicht gut an.
Er schrieb Lieder für so unterschiedliche Künstler wie
KISS,
Helen Reddy,
Slade,
Alice Cooper,
Leon Russell und
Kris Kristofferson. Gemeinsam mit
John Cale produzierte er das Debütalbum der Kultband The Modern Lovers.
Seine Soloalben haben sich durchweg schlecht verkauft, aber Alben wie
I'm Bad und
International Heroes werden als Wegbereiter des Punkrocks angesehen. Einige seiner New Wave-Aufnahmen der späten 70er werden als Vorläufer des Electroclash-Genres genannt.
Heute lebt Fowley in Kalifornien und arbeitet weiterhin als Produzent. Steven van Zandt lud ihn 2005 ein, neben
Joan Jett, Andrew Loog Oldham (ex-Manager und Produzent der Rolling Stones) und anderen bei seinem Radiosender
Underground Garage mitzuarbeiten. Fowley präsentiert jeden Samstag und Sonntag eine 4-stündige Sendung.